Streitkultur-Blog
Hier bloggen wir rund um das Thema konstruktiver Streit und Debattenkultur.
Miteinander reden! Aber wie?
Auf der Fachtagung "Miteinander reden! Aber wie? Wie Dialog über polarisierte Themen funktionieren kann", die am 05.12.25 in Berlin stattfindet, stellt Eugen Pissarskoi das Ideal konstruktiven Streitens vor und reflektiert über die Möglichkeiten seiner Realisierung angesichts der aktuellen Debattenkultur.
Demokratische Streitkultur für eine digitale Öffentlichkeit
Für eine funktionierende Demokratie braucht es die verbale Auseinandersetzung zwischen Andersdenkenden. Aber warum eigentlich? Was macht einen guten Streit aus? Und was verhindert, dass wir konstruktiv streiten? Gerade in der digitalen Öffentlichkeit der sozialen Medien scheint es schwieriger denn je demokratische Streitkultur zu praktizieren. In diesem Talk identifiziert David Lanius einige Ziele, Formen und Gütekriterien konstruktiven Streits und stellt mögliche Hürden demokratischer Streitkultur und ihre Überwindung zur Diskussion.
Why should we argue? Using Kialo with the Principle of Interpretative Charity
Kialo is a tool to help us argue well. Argumentation serves a number of epistemic functions. When using argumentation in any of these functions, we need to be able to reliably identify, interpret, and evaluate arguments. Kialo can help by identifying claims and reasons, visualizing them in argumentations, and showing how different reasons relate to particular claims.
Demokratietag Berlin: Konstruktiv streiten!
Auf dem Berliner Demokratietag findet unter anderem ein Workshop zu "Konstruktiv Diskutieren – Gespräche als Baustein von Demokratie" von Patrick Wentorp statt:
Bist du bereit, in den Dialog mit Menschen zu gehen, die unterschiedliche Standpunkte und Wertevorstellungen vertreten? Lerne eine neue Art des Verstehens und praktische Methoden der Kommunikation.
Konstruktiv streiten in der digitalen Öffentlichkeit
Weltweit, so wird in letzter Zeit immer wieder diagnostiziert, steckt die Demokratie in einer Krise – und ohne Zweifel gibt es derzeit viele Herausforderungen, die demokratische Gesellschaften auf der ganzen Welt unter Druck setzen (Dryzek et al. 2019). Dabei wird oft eine fehlende oder mangelhafte Debatten- und Streitkultur als grundlegendes Problem gesehen; einerseits scheint die Teilnahme an der öffentlichen Debatte unzureichend inklusiv und andererseits ihre deliberative Qualität ausgesprochen dürftig zu sein. Es ist eine nahezu unkontroverse Annahme, dass eine – hinreichend partizipative und deliberative – öffentliche Debatte notwendig für eine funktionierende Demokratie ist (Fishkin 2009; Gutmann und Thompson 2004; Cohen 1997). In den letzten Jahren hat sich angesichts des Anstiegs von Populismus, Desinformation und Hassrede in der zunehmend digitalen Öffentlichkeit die Einsicht durchgesetzt, dass öffentlicher Streit in einer Demokratie kein Selbstläufer ist und konstruktiver verlaufen muss, will man ihr aus der Krise helfen.
Warum streiten wir?
Warum gelingt es uns oft nicht, Konflikte konstruktiv zu führen? Ist Streit immer schlecht? Und wie könnte man besser streiten?
Im Kern kommt es auf die Haltung an, und darauf, dass man sich die richtigen Ziele setzt. Warum streiten wir also?
Hier im Interview bei "Alles wissen" vom HR am 13. April 2023 (in der ARD-Mediathek).
Warum Konflikte so wichtig sind
Ob privat oder bei der Arbeit, auf Twitter oder in Talkshows: Nirgendwo geht es immer harmonisch zu. Aber warum sind Konflikte wichtig? Und wie streiten wir richtig? Fokus sind dabei persönliche Konflikte.
Damit beschäftigt sich ein neuer Artikel von galileo.tv mit einem Interview mit mir. Es geht um diese Fragen: Ist Streit gut oder schlecht? Warum streiten Menschen überhaupt? Warum fliegen selbst bei Liebespaaren die Fetzen? Was schadet einem Streit? Welche Vor- und Nachteile hat Streiten? Was macht einen guten Streit aus? Wie verhindert man, dass sich die Fronten verhärten?
Zudem gibt es eine Übersicht über die wichtigsten Gründe für Streit und 11 Tipps für besseres Streiten.
Debattieren auf Englisch als Ansatz für mehr Demokratie und Teilhabe in der Schule
Nicht erst seit Erstarken der Verschwörungserzählungen und sog. Querdenker im Zuge der Coronapandemie ist deutlich, dass der gesellschaftliche Konsens über die Grundwerte, die unsere Demokratie tragen, nicht von allen Menschen geteilt wird. Rechtsextremes, völkisches und radikalreligiöses Gedankengut und Handeln findet eine besorgniserregende Verbreitung – im Internet und in der analogen Öffentlichkeit. Diese Tendenzen in allen Teilen der Gesellschaft spiegeln sich auch im Raum Schule.
Die demokratiezersetzende Wirkung von Fake News
Das Phänomen "Fake News" und seine Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse wird spätestens seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 und dem Brexit-Referendum breit diskutiert. Der Philosoph und Streitforscher David Lanius hat sich eingehend mit "Fake News" beschäftigt. Lydia Skrabania vom Diesseits-Magazin hat mit ihm über ihre probematische Rolle in den sozialen Medien und ihren Einfluss auf die Politik gesprochen - und darüber, was wir Fake News entgegensetzen können.
Wie sollten Lehrende mit Fake News und Verschwörungstheorien im Unterricht umgehen?
Diesen Monat erscheint der Band “Dürfen Lehrer ihre Meinung sagen? Demokratische Bildung und die Kontroverse über Kontroversitätsgebote” von Johannes Drerup, Miguel Zulaica y Mugica und Douglas Yacek. Die Beiträge sind allesamt lesenswert und für das Thema Streitkultur einschlägig.
Mit dabei ist auch ein Beitrag zu der Frage “Wie sollten Lehrende mit Fake News und Verschwörungstheorien im Unterricht umgehen?” von David Lanius. Darin versucht er zu zeigen, was Fake News und Verschwörungstheorien sind, was sie unterscheidet, wer daran glaubt, was das Problem dabei ist und schließlich wie man sowohl in der Prävention als auch in der direkten Konfrontation als Lehrkraft damit umgehen kann.
Konstruktiv streiten: Romy im Interview mit Deutschlandfunk Nova
Deutschlandfunk Nova wollte wissen, wie man es schafft, mit Andersdenkenden in eine gute Diskussion zu kommen. Im Interview spricht Romy über die richtige Haltung beim Streiten, über Wohlwollen, Neugier und die Macht guter Fragen - ab Minute 19:40.
https://open.spotify.com/episode/4T1UZRGR845xsgYqg8vSbS?si=nhiRfKA5QJ-DHnVbxS_JEQ
Vom Wort zur Tat?
Die Sprache, unser wichtigstes Mittel der Verständigung, wird zunehmend von Aggressivität geprägt - im Internet, in der Rhetorik rechter Politiker, in Bürgerprotesten auf der Straße, sogar im Bundestag. Seit dem Mord an dem Politiker Walter Lübcke im Juni 2019 ist die Frage nach dem Zusammenhang von Sprache und Gewalt stärker in den Fokus gerückt; eine Frage, die auch die Wissenschaft schon länger beschäftigt. Nach massiven Morddrohungen wurde Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen. Erst die Worte, dann die Tat? Fördert die Verrohung der Sprache die Bereitschaft zu realer Gewalt?
Diskutieren statt Türen zuknallen
In der „Schweiz am Wochenende“ des Schweizerischen Tagblatts hat David Lanius darüber gesprochen, wie man in einer komplexen Welt bei verhärteten Fronten konstruktiv streiten kann. Unsere zehn Regeln für eine gute Debatte leicht abgewandelt und für die Schweiz!
Wie man politische Diskussionen führt, ohne den Familienfrieden zu gefährden
Jetzt, das Magazin der Süddeutschen Zeitung, hat mit uns darüber gesprochen, wie man mit damit umgeht, wenn Familienmitglieder komplett unterschiedliche politische Positionen vertreten, und ob man Meinungsverschiedenheiten offen ausdiskutieren oder sie der familiären Harmonie zuliebe lieber ignorieren sollte. Unsere Antwort ist natürlich: Konstruktiv Streiten!
Demonstrativer Bullshit in der politischen Kommunikation
In der Politik findet sich zunehmend ein sprachliches Mittel, das wir demonstrativen Bullshit nennen. Populisten und Demagogen setzen ihn ein, um die Normen des politischen Diskurses in ihrem Sinn zu verschieben, wie unsere Analyse aufzeigt.
Wie der Aufstieg des Populismus die Gesellschaft herausfordert
Für einen Artikel von Ruth Herberg über die gesellschaftlichen Herausforderungen angesichts des Aufstiegs des Populismus bin ich zu Streitkultur mit Andersdenkenden interviewt worden. Der ganze Artikel findet sich auf der Webseite der Frankfurter Rundschau.
Produktiv streiten
In der Familie, unter Freunden, aber auch im gesellschaftlichen, politischen Bereich: Streiten ist wichtig – aber konstruktiv. Mitgründer Mit Sabine Brandi habe ich darüber gesprochen, wie das geht und warum es wichtig ist, mit allen zu reden – auch mit Verschwörungsmythologen und Corona-Leugnern.
Nachzuhören auf der WDR-Seite in der Sendung "Neugier genügt".
Warum man mit "Coronaleugnern" reden und sie nicht so nennen sollte
Im Zuge der Coronapandemie versammeln sich immer wieder Menschen zu Protesten, weil sie mit der Coronapolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Im öffentlichen Diskurs ist jüngst angesichts dieser Zusammenkünfte der Ruf laut geworden, man solle den Teilnehmenden dieser Veranstaltungen am besten weder zuhören noch ihre Standpunkte diskutieren.
Dieser Ruf nach Ausgrenzung vom öffentlichen Diskurs ist symptomatisch für eine allgemeine Tendenz, sich der argumentativen Auseinandersetzung mit missliebigen Standpunkten zu entziehen. Wir sind als Gesellschaft gut beraten, dieser Tendenz entgegenzuwirken.